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Eine sehr eindrucksvolle Festmesse mit Uraufführung der „Missa medebacensis" erlebten die rund 600 Besucher zum 150-jährigen Kirchweihjubiläum.
Von Dr. Johanna Junk
Medebach.
Wir feiern heut' ein Fest, weil Gott uns alle liebt!"- treffender als mit diesem Zitat aus dem beliebten Kirchenlied hätte Abt Raphael Bahrs die Stimmung von rund 600 Besuchern aus dem ganzen Pfarrverbund in der festlich geschmückten St.-Peter-und-Paul-Kirche kaum benennen können.
Greifbarster - oder besser unüberhörbarster - Ausdruck der großen Freude, die sich am dankbaren Rückblick auf 150 Jahre lebendiges Gemeindeleben entzündet, war zweifelfrei die großartige Uraufführung der eigens von Dekanatskirchenmusiker Werner Komischke komponierten „Missa medebacensis". Festzelebrant Abt Raphael Bahrs, angereist aus der Benediktinerabtei Michaelsberg/Siegburg, betonte in der Predigt, dass die Kirche und nicht anders dieses Pfarrfest vom engagierten Zusammenspiel vieler, unterschiedlicher Menschen lebt.
Dementsprechend war es auch ein wesentliches Anliegen Werner Komischkes, möglichst viele Musiker der Gemeinde mit ins Boot zu holen - 50 sind es geworden. Ein kleines Meisterwerk besteht schon allein darin, ein so verschiedenartiges Instrumentarium wie Orgel, Schlagwerke, Streicher, Holz- und Blechbläser sowie Gesangsstimmen überzeugend zu einem musikalischen Idiom zusammen geführt zu haben.
In der festlichen Begrüßung blickte Pfarrer Dirk Gresch auf die Historie des Kirchenbaus zurück. Da war zunächst vom „Entsetzten" die Rede, das die Medebacher nach dem furchtbaren Brand 1844 erfüllt hatte. Aber schon 1854 konnte der Grundstein für eine neue Pfarrkirche, eine der größten im Bistum Paderborn, gelegt werden, die dann im September 1858 geweiht wurde.
Und so finden in der „Medebach-Messe" Leid und Freude, flehende Bitten und jubelnde Dankgebete, die die Geschichte der Stadt und des Gotteshauses prägen, ihre musikalische Sprache: Im eindringlich-flehenden „Kyrie", im begeistert-triumphierenden „Gloria", im tänzerischen, überschäumenden „Sanctus", und im meditativ zarten „Agnus Dei".
Mit ausgezeichneter musikalischer und technischer Kompetenz wurde die Kom-position adäquat umgesetzt: Hanno Schiefner (Orgel), Max Hundelshausen (Schlagwerk), Dominik Schäfer (Trompete), Celia Howe(Cello) und Emiliy Howe (Altistin), die Choralschola, der Kirchen- und der Jugendchor sowie das Bläserquartett des Musikzuges Medebach.
Unvergesslich: der grandiose, imposant laute Schlussakkord des Sanctus - nein, er brachte die große Kirche nicht zum Einsturz, aber zum freudigen Erbeben. Im Kontrast dazu die zarten Solopartien des „Agnus Dei" von Cello und Alt, perfekt grundiert durch den Chor.
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